Cornelia
Herfurtner


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On our streets, in our blocks, down with cops

Mobiles Flutlicht der NYPD in der Gates Ave, Bedford-Stuyvesant, Brooklyn. Diese extrem hellen Scheinwerfer sind Teil einer stadtweiten polizeilichen Infrastuktur, die in Schwarzen Neighborhoods eingesetzt wird.
Ich schreibe diesen Text in meinem Zimmer in Ridgewood, Queens, an einen heißen Tag nach zwei Wochen der Proteste und Demonstrationen in ganz New York City. Auf die Straße zu gehen und an den Protesten gegen den Polizeiterror und die Ermordung von Schwarzen, Indigenen und People of Color teilzunehmen – für mich als weiße Frau, die neu in den USA und in New York City ist, bedeutet das auch den Versuch, die sozialen und politischen Bedingungen zu verstehen, die diese Proteste hervorbringen. Der folgende Text zeichnet meinen Bewegungen durch die Stadt nach und versucht die Dimensionen von Ungerechtigkeit und Täuschung einzufangen, die ich dabei erkannt habe.

Samstag, 30. Mai
Ich treffe mich mit einem Freund in South Brooklyn bei einer Versammlung mit anschließendem Protestmarsch. Die Versammlung ist überfüllt und es ist schwer zu verstehen, was gesagt wird. Später erfahre ich, dass Demonstrationen in NYC nicht angemeldet werden müssen, solange keine Verstärker und Lautsprecher benutzt werden. Das erklärt die »wilden« Demonstrationen, die den Verkehr aufhalten und durchqueren und Autobahnen und Brücken blockieren. Wir nähern uns der Bedford Avenue, und jedes Polizeiauto, an dem wir vorbeikommen, wird verschönert. Als wir in der Nähe eines Parkplatzes eingekesselt werden, tut einer der Hubschrauber so, als würde er in der Menschenmenge landen, und verursacht so einen Moment der Panik. Der Hubschrauber fliegt so niedrig, dass Lärm und Wind unerträglich werden. Staub und Steine fliegen in unsere Gesichter. Am nächsten Tag lese ich, dass dieses Manöver im Krieg eingesetzt wird, um Menschenmengen auseinander zu treiben. Die Polizist*innen tragen Schutzkleidung und Schlagstöcke, und einige haben ihre Dienstnummern verdeckt. Sie wirken angespannt und aufgeregt. Die Konfrontation dauert mehrere Stunden und wird von Sprechchören der Menge begleitet. Zwei Polizisten werden mit Pfefferspray getroffen und aus der Menge eskortiert. Die Menge jubelt. Einer der beliebtesten Sprechchöre der Proteste, die ich heute kennenlerne, lautet: »NYPD - Suck my dick.« (»Polizei New York – lutscht meinen Schwanz!«) Die Polizist*innen scheinen ihn zu hassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er von der Polizei kooptiert wird.

Sonntag, 31. Mai
Ich gehe zu einer Demonstration in Manhattan und höre die neue Parole »Peaceful protest« (»Friedliche Demonstration«), die eine Abgrenzung von den sogenannten gewalttätigen Protesten impliziert. Ein weiterer Sprechchor, der in der folgenden Woche regelmäßig verwendet wird, ist »Hands up, don’t shoot« (»Hände hoch, nicht schießen«), der die Gewalt der Polizist*innen gegen Demonstrant*innen und unbewaffnete Schwarze Menschen betont. Der Marsch wird unterbrochen, als die Menge sich hinkniet. Wir halten am Rathaus an, und nach einigen Reden fordern die Leute die Polizist*innen auf, ebenfalls auf die Knie zu gehen. Ich kann es nicht sehen, aber plötzlich scheinen sie tatsächlich niederzuknien. Jubel brandet auf. Es passiert schneller, als ich denken kann. Andere Demonstrant*innen beginnen, ihre Ablehnung zu artikulieren: Die Proteste gegen Polizeigewalt sollten nicht als PR für die Polizei missbraucht werden. Die Demonstration geht weiter nach Brooklyn, aber ich bleibe in Manhattan. An jeder Ecke sehe ich Demonstrationen oder Versammlungen und erlebe, wie die Polizist*innen Menschen angreifen. Sie rennen einfach in Menge und schlagen mit Schlagstöcken auf Menschen ein. Es gibt auch Airmail (»Luftpost« = Dinge, die auf Polizist*innen geworfen werden). Zahlreiche Polizeiautos rasen mit Sirenen und Blaulicht durch die Straßen von Manhattan. Die Feuerwehr löscht brennende Mülltonnen. Die Stimmung unter den Demonstrant*innen ist lebhaft und friedlich.

Montag, 1. Juni
Heute ist der erste Tag der nächtlichen Ausgangssperre. Seit 1943 wurde hier in NYC keine Ausgangssperre mehr verhängt. Damals wurde sie eingesetzt, um die Proteste von Schwarzen Menschen gegen die Polizei zu unterdrücken, nachdem ein weißer Polizist in Harlem einen Schwarzen Soldaten erschossen hatte. Morgens bin ich in SoHo und beobachte Kamerateams und professionelle Fotograf*innen, die Aufnahmen von zerbrochenen Schaufensterscheiben und leeren Auslagen des internationalen (Luxus-)Einzelhandels machen. Das sind die Geschäfte, die heute Abend durch die Ausgangssperre geschützt werden. Danach schließe ich mich einer Versammlung am Times Square an, die von einer Gruppe junger Schwarzer Menschen – alle um die 20 Jahre alt – organisiert wird. Es ist eine »wilde« Versammlung ohne Mikrofone. Mit Rap und Poesie beschreiben sie ihre Erfahrungen mit der rassistischen Polizei und der kapitalistischen amerikanischen Gesellschaft. Eine junge Frau liest einen Brief an ihren »ungeborenen Schwarzen Sohn« vor, und die Menge legt sich für ein »Die-in« zwischen den Neonreklamen nieder. Ich gehe weiter zu einem Mietstreik am Grand Army Plaza in Brooklyn, der von erfahrenen Schwarzen Organisator*innen angeführt wird. Die Menge interagiert mit den Reden: »So ist es!« »Es reicht!« »Eine Schande!« Wir singen gemeinsam, und der Protestzug zieht zum Privatwohnsitz von Bürgermeister de Blasio. Als es dunkel wird, bin ich wieder in Manhattan; die Lage ist chaotisch. Gruppen junger Leute, meist Schwarze Menschen und People of Color, laufen herum, diskutieren und schlagen Schaufenster ein. In New York gibt es öffentlich abrufbare Polizeiscanner, und ihre Daten werden auch über Social Media geteilt, sodass relativ genaue Informationen über die Bewegungen der Polizei verfügbar sind. Innerhalb weniger Sekunden zerstreuen sich die Gruppen auf Fahrrädern und Skateboards, ehe die Polizei erscheint, um die zerbrochenen Fenster mit Sperrholz zu vernageln. Gegen 22 Uhr schließe ich mich einer Versammlung am Foley Square an. Die Organisator*innen sind jung, Schwarz, und divers. Sie sprechen über ihre Vorstellungen von einer anderen Gesellschaft, über ein Amerika ohne Polizei und über Schwarze Unternehmen in den Schwarzen Communities. Ein junger Mann neben mir äußert seine Skepsis: »Die Anzugträger hören das und lachen uns aus. Wir waren 400 Jahre lang friedlich, und sie behandeln uns wie Tiere.« Eine*r der Sprecher*innen antwortet: »An den Bruder da unten – ich höre dich! Ich will mit dir reden ... komm rauf!«

Manhattan Detention Complex, a municipal jail on the corner of White Street and Centre Street. Photo taken during a protest march on Tuesday, June 9th

Dienstag, 2. Juni
Heute beginnt die Ausgangssperre um 20 Uhr und gilt südlich der 96th Street. Das bedeutet, dass Harlem und die Bronx nicht von der Ausgangssperre betroffen sind. Hoffen die Polizist*innen, dass die sogenannten Plünderungen weitergehen – und sich bloß gegen kleine und familiengeführte Unternehmen richten? Am Abend schließe ich mich einer kleinen Spontandemonstration in meinem Viertel an. Der dominante Slogan lautet »Scheiß auf die Ausgangssperre!« Die Leute an den Fenstern jubeln, und einige junge Schwarze Menschen treten Mülltonnen durch die Gegend. Wir kommen an einem Polizeirevier vorbei. Es wird von weitaus mehr Polizist*innen bewacht, als in das Gebäude hineinpassen würden.

Mittwoch, 3. Juni
Ich bin wieder auf einem großen Protestmarsch, in Manhattan. Heute sehe ich zum ersten Mal, dass zahlreiche Menschen aus Wäschewagen oder Autos Wasser und Snacks verteilen. Bisher wurden hauptsächlich Desinfektionsmittel und Masken verteilt. Alle Demonstrant*innen tragen übrigens eine Maske. Die Polizist*innen tun das in der Regel nicht. Was heute verteilt wird: Masken, Schwimmbrillen (gegen Pfefferspray) und Ohrstöpsel (gegen LRADs,1 die von der Polizei eingesetzt werden könnten). Neue Sprechchöre heute: »Redistribute the wealth! Redistribute the power!” (»Verteilt den Reichtum um! Verteilt die Macht um!«) und »We need a new system!« (»Wir brauchen ein neues System!«) Ich verlasse den Marsch am Trump Tower (den die Polizei hektisch mit Metallzäunen absperrt) und fahre zur Gracie Mansion, dem offiziellen Amtssitz von Bürgermeister De Blasio. Diese Versammlung ist vollkommen still. Die Polizist*innen pferchen uns ein und beginnen, uns die Zäune in den Rücken zu drücken. Wir protestieren. Die Polizist*innen sagen, sie bräuchten Platz für einen Krankenwagen. Die Anwohner*innen widersprechen. Die Demonstrant*innen wollen Platz, um sich nicht gegenseitig mit COVID-19 zu infizieren. Dies ist die liberalste Versammlung, auf der ich bisher gewesen bin; auf den Schildern wird zum Wählen aufgerufen oder eine Polizeireform befürwortet. Ich gehe um Viertel vor neun. Manhattan ist leer – bis auf die Polizeiautos an jeder zweiten Ecke. Die Williamsburg Bridge ist gesperrt. Ich muss anhalten, um durch einen Checkpoint zu kommen. Zehn Polizist*innen teilen mir mit, dass ich heute Nacht nicht nach Manhattan zurück kann. Auf der anderen Seite der Brücke blockieren 80 Polizist*innen den Brückenfuß. Wieder muss ich anhalten.

Donnerstag, 4. Juni
Ein Freund und ich versuchen, eine Haftunterstützungsschicht zu machen und scheitern. Zwei Stunden lang fahren wir durch das polizeibesetzte Manhattan, ohne unsere Kontaktperson zu finden; das Telefon funktioniert nicht. Die Stadt ist voller Polizist*innen und Zäune. Man kommt nur schwer vorwärts. Am selben Abend, pünktlich um 20 Uhr, wird der FTP2-Marsch in der Bronx von der Polizei gewaltsam angegriffen: Menschen werden verprügelt, kommen ins Krankenhaus oder ins Gefängnis. Zur Rechtfertigung des Angriffs wird die Ausgangssperre herangezogen. Ich verfolge das Geschehen auf Social Media, als ich wieder zu Hause bin. Ich erfahre auch, dass Jamel Floyd, ein Schwarzer Insasse des Metropolitan Detention Center in Brooklyn, in seiner Zelle mit Pfefferspray besprüht wurde und starb. Noch ein Mord.

Freitag, 5. Juni
Bei starkem Regen schließe ich mich einer großen Menschenmenge an, die zum Metropolitan Detention Center marschiert. Das ist ein riesiger Gebäudekomplex, der von schwer bewaffneten Wachen gesichert wird. Mehrere Personen ergreifen das Wort, darunter auch die Mutter von Jamel Floyd. Teile der Rede werden von Human Microphones wiederholt, aber ich verstehe trotzdem nur sehr wenig. Es ist auch ein unheimliches Geräusch zu hören, so etwas wie ein leises Klatschen. Ich brauche eine Weile, um zu begreifen, dass das die Geräusche von Inhaftierten sind, die in ihren Zellen an die Fenster klopfen. Aus irgendeinem Grund ist es nicht möglich, sie zu sehen. Die Sprechchöre lauten »Free them all!” (»Lasst sie alle frei!«) und »Shut it down!« (»Schließt es!«) Das ist so stark – so kompromisslos: Der industrielle Gefängniskomplex ist Teil eines rassistischen Unterdrückungssystems und muss abgeschafft werden. Ich habe Anfang des Jahres gelesen, dass in den USA derzeit mehr Schwarze Männer inhaftiert sind als 1850 versklavt waren. Bei Straftaten wird zudem fast immer das Wahlrecht ausgesetzt oder entzogen, was der Aufrechterhaltung des Rassismus und des Status quo dient.3 Heute kündigt der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan an, dass geringfügige Vergehen (z.B. gesetzwidrige Versammlungen) nicht strafrechtlich verfolgt werden – wodurch die Ausgangssperre praktisch untergraben wird. Der Bezirksstaatsanwalt von Brooklyn wird am nächsten Tag nachziehen.

Samstag, 6. Juni
Am Nachmittag nehme ich an einem Marsch in Manhattan teil. Er beginnt an der Ecke 5th Avenue und 34th Street. Die Leute an den Fenstern jubeln, und wenn wir Autos anhalten, jubeln und hupen die Leute, die drin sitzen. Am Abend schließe ich mich einem weiteren »Fuck your curfew«-Marsch (»Scheiß auf eure Ausgangssperre«) an, der im Washington Square Park startet. Als ich mit zwei Freund*innen den Marsch verlasse, um einen Platz zum Pinkeln zu suchen, fährt eine riesige Schlange von Polizeiautos, Transportern mit Fahrrädern für die brutalen Fahrradeinheiten und Gefangenentransportern in Richtung des Marsches an uns vorbei. Wir fragen uns, ob sie brutal gegen die Demonstrant*innen vorgehen werden. Ein anderer Freund erzählt mir später, dass der Marsch bis 22 Uhr gedauert hat und nicht unterbrochen wurde. Wir spazieren durch Manhattan und treffen eine weiße Anwohnerin, die von der Belagerung gestresst ist. Überall sind Polizist*innen, am Himmel kreisen ununterbrochen Hubschrauber. Ich glaube, sie gibt eher den Demonstrant*innen als der Polizei die Schuld daran. Wir treffen auch einen Aktivisten von NYC Shut It Down,4 der mich auf die Verbindung zwischen politischen Entscheidungen und der Arbeit von New Yorks größter Polizeigewerkschaft, der Police Benevolent Association, aufmerksam macht. Der Vorsitzende der PBA, Pat Lynch, vertritt eine Law-and-order-Politik, stellt Polizist*innen wieder ein, die wegen ihrer Brutalität entlassen wurden und sorgt dafür, dass Polizist*innen nicht ihre Pensionsansprüche verlieren, wenn sie wegen Fehlverhaltens entlassen werden. Er verteidigt Paragraph 50a, ein Gesetz, das es der Öffentlichkeit verbietet, die Disziplinarakten von Polizist*innen einzusehen. Es wird notwendig sein, sowohl die PBA als auch Paragraph 50a anzugreifen, um die NYPD in die Schranken zu weisen – oder aufzulösen. »Das ist ein Marathon, aber die Leute tun so, als wäre es ein Sprint«, sagt der Aktivist. Später sitzen wir am Cooper Square. Ein Polizeiauto fährt vor. Über die Lautsprecheranlage wird verkündet, dass wir uns nicht draußen aufhalten dürfen.

Sonntag, 7. Juni
Die Ausgangssperre endet. Ich gehe zu einer Demonstration im McCarren Park in Brooklyn. Der Protest wird von einer Gruppe aus etwa 30Schwarzen Menschen organisiert. Wir beginnen mit den Liedern »Freedom Side«5 und »Rich Man’s House«6 und singen dann einen berühmten Bluessong mit abgeändertem Text: »Hit the road, cop, and don't you come back no more.« Die diverse Menschenmenge wird aufgefordert, die Worte von Assata Shakur, einem ehemaligen Mitglied der Black Liberation Army, nachzusprechen:
»Es ist unsere Pflicht, für unsere Freiheit zu kämpfen. Es ist unsere Pflicht, zu gewinnen. Wir müssen einander lieben und uns gegenseitig unterstützen. Wir haben nichts zu verlieren außer unseren Fesseln.«7
Die Gruppe rückt zusammen. Es ist sehr schön, und ich fühle mich stark. Die Organisator*innen bitten darum, während des Marsches nicht »Friedliche Demonstration« zu skandieren, da dies den Protest delegitimiert. Unter der Williamsburg Bridge kommen wir an einigen Polizist*innen vorbei; zwei weiße Frauen in meiner Nähe stellen sie zur Rede: »Geh auf die Knie, du Stück Scheiße.« Es besteht eine Diskrepanz zwischen ihrem Zorn und der liberalen Forderung, sich symbolisch hinzuknien.

Montag, 8. Juni
Heute ist mein erster Tag ohne Demonstration, und das wirtschaftliche Leben in NYC beginnt wieder anzulaufen. Ich schätze, die Proteste werden weitergehen. Der Stadtrat von Minneapolis hat dafür gestimmt, die Polizei abzuschaffen.

Dienstag, 9. Juni
Paragraph 50a wird abgeschafft. Ich gehe zu einer Versammlung im Rathaus, die von den Familien von Delrawn Small, Shantel Davis, Sean Bell, Anthony Baez, Kawaski Trawick, Ramarley Graham, Kimani Gray, Noel Polanco, Jayson Tirado, Antonio Williams, Eric Garner, Mohamed Bah, Saheed Vassell, Carlos Lopez Jr., Akai Gurley, Amadou Diallo, Kadeem Torres und Clifford Glover organisiert wurde. Alle Genannten wurden von der NYPD ermordet. Ihre Verwandten, in vielen Fällen ihre Mütter, berichten über ihre Tode. Hubschrauber überwachen die Versammlung; ihr Lärm erschwert es, das Gesagte zu verstehen. Nach zwei Stunden marschieren wir weiter Richtung Norden und gehen am Manhattan Detention Complex vorbei. Eine Gruppe von Inhaftierten befindet sich in einer Art Käfig auf dem Dach des Gebäudes. Sie fangen an zu winken und springen auf und ab. Der Marsch hält an, wir schauen auf und skandieren: »Free them all!« (»Befreit sie alle!«) und »Abolition Now!« (»Abolition jetzt!«).


1) „Das Long Range Acoustic Device (LRAD) ist eine Schallwaffe »[...], die für die Kommunikation über große Entfernungen in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt wird, u.a. als Mittel zur nicht-tödlichen, nicht-kinetischen Kontrolle von Menschenmengen.«
[Meine Übersetzung, im Original: »The Long Range Acoustic Device (LRAD) is a sonic weapon [...] used for long-range communications in a variety of applications including as a means of non-lethal, non-kinetic crowd control.«]
https://en.wikipedia.org/wiki/Long_Range_Acoustic_Device.
2) FTP (Fuck the Police, alternativ: Fight the power oder Feed the People) ist eine von Schwarzen und PoC geführte Koalition, die gegen die Kriminalisierung des Schwarzfahrens und die verstärkte polizeiliche Überwachung des öffentlichen Nahverkehrs in New York City vorgeht.
3) Angela Davis, Are Prisons Obsolete? (New York: Seven Stories Press, 2003)
4) NYC Shut It Down beschreibt sich selbst als »eine Gruppe von Aktivist*innen, die sich zusammenfand, als nach den Morden an Mike Brown und Eric Garner keine Gerechtigkeit (wieder-)hergestellt wurde.«
[Meine Übersetzung, im Original: »a group of activists who came together after no justice was served in the murders of Mike Brown and Eric Garner.«] www.nycshutitdown.org
5) »Which side are you on my people/which side are you on? / We’re on the freedom side / Fannie Hamer was a freedom fighter / She taught us how to fight / Now we’re gonna fight all day and night / Until we get it right / Ella Baker.. / Dolores Huerta.. / Harriet Tubman.. / Fred Hampton.. / Frederick Douglass..«
[Meine Übersetzung: »Auf welcher Seite steht ihr, meine Leute / Auf welcher Seite? / Wir stehen auf der Seite der Freiheit / Fannie Hamer war eine Freiheitskämpferin / Sie hat uns gelehrt, wie man kämpft / Nun werden wir Tag und Nacht kämpfen / bis es richtig läuft / Ella Baker.. / Dolores Huerta.. / Harriet Tubman.. / Fred Hampton.. / Frederick Douglass.«]
6) »Well I went down to the rich man's house / And I took back what he stole from me / I took back my dignity / Took back my humanity / Now it's under my feet (Where?) / Under my feet (Where?) / Under my feet (Where?) / Yea, it's under my feet / Ain't no system gonna walk all over me«
[Meine Übersetzung: »Ich ging zum Haus des reichen Mannes / Und holte mir zurück, was er mir gestohlen hatte / Ich holte mir meine Würde zurück / Ich holte mir meine Menschlichkeit zurück / Jetzt liegt es unter meinen Füßen (Wo?) / Unter meinen Füßen (Wo?) / Unter meinen Füßen (Wo?) / Ja, es liegt unter meinen Füßen / Kein System wird auf mir herumtrampeln.«]
Für alle, die sich immer noch fragen, warum Plündern ein Mittel ist, um die ungerechte soziale Ordnung anzugreifen.
7) Assata Shakur, Assata – An Autobiography (Chicago: Lawrence Hill Books, 1987) S. 52.

Translation: Jesi Khadivi & Christoph Jehlinka

Dieser Text wurde zuerst veröffentlicht in Notes from Quarantine, Texte zur Kunst, Berlin, 17. Juni 2020.